Lorscheidt (Zimmer)
 
biographie

 
   
 
 

Ketti

Lorscheidt (Zimmer)

 
 

Meine Mutter war nur die Ehefrau, parteilos, konnte kein Wort russisch und war politisch überhaupt nicht tätig. Aber sie musste für ihren Mann sowohl in Deutschland als auch in der Sowjetunion büßen. In Deutschland nahm man sie in Sippenhaft, um den Vater zu finden. Mehr als sechs Monate saß sie, und als man ihr zu Weihnachten Hafturlaub gewährte, floh sie zum Vater in die Sowjetunion. Die Flucht organisierten Vaters Genossen von der KP.

Die Tochter Tatjana Petrowna Sagorje in einem Brief an MEMORIAL, Berlin, 1989.

   
 

12.02.1910

In Troisdorf (Köln) als Tochter eines Arbeiters geboren.

13.01.1938

Verhaftung in Kunzewo, Moskau. Wird u.a. beschuldigt, Verbindungen ins Ausland zu unterhalten (Briefwechsel mit den in Deutschland lebenden Eltern). Die Tochter Tatjana Funk, nunmehr beider Eltern beraubt, wird ins Kinderheim gesteckt.

02.02.1938

Verurteilung durch einen Sonderausschuss beim NKWD nach dem so genannten Buchstabenparagraphen TschSIR (Familienmitglied eines Vaterlandsverräters) zu acht Jahren Lagerhaft in einem Besserungsarbeitslager (ITL) sowie Entzug der Bürgerrechte (Aufenthaltsverbot für 39 namentlich genannte Städte).

1938-1946

Haftverbüßung in der Besserungsarbeitskolonie "A" im Gebiet Nowossibirsk.

13.01.1946

Entlassung nach vollständiger Verbüßung der Haftstrafe. Verbannung nach Nowossibirsk.

26.10.1957

Rehabilitierung.

1989

K. Lorscheidt und ihre Tochter Tatjana leben in Deutschland.

Lagerhaft in

SIBIRISCHES ITL

   
 

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